Zeppelinpostabwurf über Straubing

Das ursprünglich als Versuchsluftschiff geplante Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“ wurde am 08.Juli 1928 zum 90. Geburtstag von Graf Zeppelin getauft und am 18.September 1928 in Dienst gestellt.  Es war gerade auf der Rückfahrt von Recife über dem Atlantik, als der Funker die Nachricht vom Unglück der LZ 129 „Hindenburg“ erfuhr. Den Passagieren wurde das bis zur Landung am 8. Mai 1937 in Friedrichshafen, vorenthalten. Am 19. Juli 1937 wurde es in Frankfurt am Main außer Dienst gestellt. Nach dem Ablassen des Wasserstoffgases diente er nur noch als Touristenattraktion, die für ein Eintrittsgeld besichtigt werden konnte, wovon die Bevölkerung regen Gebrauch machte. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde das Schiff am 01.März 1940, obwohl es noch vollständig einsatzfähig war, in Frankfurt verschrottet. LZ 127 war das erfolgreichste Luftschiff. Es führte 590 Fahrten durch. Die Fahrt 84 führte am 02. Juli 1930 von Friedrichshafen in den Bayerischen Wald und zurück nach Friedrichshafen. Dabei wurde über Straubing mitgeführte Post abgeworfen. Der Beleg trägt den Ankunftsstempel von Straubing (2. 7. 30 13-14). Weitergeleitet wurde er an die Fam. Mandl in Regensburg Goldene-Bärengasse 10 in den Gasthof zum Posthorn. Die Anschrift war falsch. Es gab keine Goldene-Bärengasse, sondern nur eine Goldene-Bären-Straße.
Auf der Vorderseite ist die Feldherrnhalle in München abgebildet. Es sind zwei Flugzeuge zu erkennen:
Links eine Bayerische Flugzeugwerke M 23b, die Ende März 1929 das erste Mal flog. Vermutlich die Maschine mit der Zulassung (D-1673), die den Europarundflug 1929 gewann.
Rechts die sehr erfolgreiche Udet U 12 Flamingo deren Erstflug zu Ostern 1925 stattfand.
Das Bild wurde anlässlich der „Deutschen Luftfahrt-Werbewoche“ zwischen dem 25. Mai 1930 und dem 31. Mai 1930 aufgenommen.
(Sammlung Wolfgang Soller)